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Nachruf auf den “Vater” der Flurnamensammlung für Ostfriesland – Heinrich Schumacher (19.01.1926 bis 26.06.2023)

Abb. 1: Heinrich Schumacher, 2014 (Foto: Holger Bösenberg)

Der ehemalige Leitende Vermessungsdirektor und frühere Leiter der beiden Katasterämter Aurich und Norden, Heinrich Schumacher, ist am 26. Juni 2023 im Alter von 97 Jahren verstorben. Heinrich Schumacher war nicht nur Geodät und Geograph, sondern auch Regionalhistoriker und Heimatforscher. All das hat er mit Leidenschaft ausgefüllt, vor allem aber war er ein leidenschaftlicher Ostfriese.

Heinrich Schumacher wurde am 19. Januar 1926 in Emden als fünftes Kind von Albertine Schumacher, geb. Stöhr und ihrem Mann, dem Betriebsingenieur Johannes Schumacher geboren. Aufgewachsen in einem katholischen Elternhaus besuchte Heinrich Schumacher die Kaiser Friedrich-Oberrealschule. Als Emden in den Kriegsjahren schwer bombardiert wurde, wurde sein regulärer Schulbesuch durch zeitweise Verlegungen der Schule nach Aurich und im Rahmen der erweiterten Kinderlandverschickung nach Bad Wildungen erschwert. Wieder in Emden wurde Heinrich Schumacher 17jährig von März 1943 bis Februar 1944 nachmittags als Marinehelfer in der schweren Marineflakbatterie Constantia bei Emden eingesetzt, bis er Anfang Juli 1944 mit der Versetzung nach Klasse 8 und einem „Reifevermerk“ entlassen wurde.

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Der Homm – ein mittelalterliches juristisches Problem und seine Lösung in der Neuzeit

Ein Gastbeitrag von Axel Heinze – Zwei-Siele-Museum Westeracumersiel

Flurnamen verraten viel über unsere Geschichte, selbst aus den Zeiten des Mittelalters, aus denen uns kaum historische Zeugnisse überliefert sind. Ein Beispiel dafür ist der „Homm“, ein sonderbarer Flurbereich nördlich von Westeraccum, der sich einer Namensdeutung bislang weitgehend widersetzt hat.1

Landschaftsentwicklung

Der „Homm“ ist ein Flurbereich, der zum Teil in der Gemarkung von Westeraccum liegt, zum Teil in der Gemarkung von Dornumergrode. Bereits die Zugehörigkeit zu zwei verschiedenen Gemarkungen, die zudem noch zu zwei verschiedenen mittelalterlichen politischen Territorien gehören, lassen Böses vermuten. Dornumergrode gehört zur Häuptlingsherrschaft bzw. Herrlichkeit Dornum und damit zum ostfriesischen Herrschaftsgebiet, während Westeraccum Bestandteil des Harlingerlandes war, das erst 1599 zu Ostfriesland stieß. Die Grenze zwischen beiden Ländern war hier schon immer die Accumer Ee – heute Dornumersieler Tief genannt –, ein altes Marschengewässer aus der Zeit vor der Eindeichung.

Abb. 1: Höhenkarte mit dem “Homm”

Auf der Höhenkarte wird sichtbar, dass der „Homm“ eine etwas erhöhte Halbinsel in einer ehemaligen Flussschlinge ist und damit eindeutig östlich der Accumer Ee gelegen hat. Deshalb muss er zum Harlingerland gehört haben. Die rekonstruierte Höhenkarte aus der Zeit vor dem Deichbau zeigt den „Homm“ in seiner ursprünglichen Lage.

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  1. Die Deutung des Flurnamens „Homm“ stellt ein großes Problem dar, denn der Naturraum mit der leicht erhöhten Lage des Ackerlands, das bereits mit der ersten Eindeichung hinter dem Deich lag, passt nicht zu der üblichen Deutung von “Hamm” als tief liegendes Klei- oder Weideland. (Vgl. Ham, hom … ten Doornkaat, Bd. 2, S. 19 -22; Remmers, S. 259-260). Deshalb soll dieses Problem in dem vorliegenden Beitrag ausgeklammert bleiben und nur die historisch-juristische Problemstellung eingehender behandelt werden. [↩]