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Pfeffernüsse aus dem 17. Jahrhundert – Neuerscheinung einer Edition von Rezeptsammlungen aus der Beningaburg in Grimersum

Abb. 1: Deckblatt des im Privatdruck erschienenen historischen Kochbuchs der Beningaburg in Grimersum (R. N. Ferro)

Kochbücher gehören in den seltensten Fällen zu den auf einem historischen Blog besprochenen Büchern. Anders verhält es sich mit dem von Rudolf Ferro Ende 2022 herausgegebenen Kochbuch mit Rezepten des 17. Jahrhunderts aus dem Bestand der Beningaburg zu Grimersum.

Der Herausgeber hat sich mittlerweile in den Niederlanden als Experte für historische Kochbücher etabliert. Zu den von ihm bearbeiteten Werken – insgesamt mittlerweile 15 – gehören u.a. ein portugiesisch-jüdisches Kochbuch des 18. Jahrhunderts (2002), eines aus Privatbesitz aus dem Umfeld von Groningen und Emden des Jahres 1656 (2018) und ein Backbuch des 17. Jahrhunderts.

Das Original des hier nun edierten und 178 Blatt umfassenden Rezeptbuchs wird in der Johannes a Lasco Bibliothek in Emden verwahrt. Einen zeitgenössischen Titel hat die niederländische Handschrift nicht, nachträglich ist sie aber als „Arznei- und Kochrezepte (17./18. Jh.)“ erfasst worden. Die Handschrift ist in Pergament gebunden und im Großteil wohl zwischen 1680 und 1701 entstanden. Insgesamt 18 verschiedene Handschriften identifiziert der Herausgeber. Um 1700, so Ferro, war die Rezeptsammlung im Besitz von Beatrix Wilhelmina Zoete de Lake van Villers (1670–1718), die in Den Haag geboren wurde und die 1695 in Grimersum Folkmar Eger Beninga (1664–1717) geheiratet hatte. Die Sammlung enthält verschiedenste Rezepte, so medizinische Rezepturen vor allem für Arzneien gegen Probleme nach einer Geburt, aber auch praktische Anleitungen zur Herstellung von Parfums. Gut die Hälfte der Handschrift beinhaltet aber kulinarische Kochanleitungen. Diese werden als das eigentliche Forschungsinteresse Ferros genauer betrachtet. Rezepte der ersten beiden Kategorien hat Ferro nur nach Titel und Urheber erfasst. Der Herausgeber ist sich aber durchaus bewusst, dass die Trennlinie zwischen kulinarischen und medizinischen Rezepten nicht immer ganz eindeutig verläuft, was er am Beispiel der Lakritze auch herausarbeitet.

Die sorgsam eingeleitete und beschriebene Edition – deren reiche Bebilderung schon beim ersten Blättern positiv ins Auge fällt – gliedert sich in vier Hauptkapitel. Zur Einleitung wird die Handschrift in zwei Kapiteln in allen Einzelheiten beschrieben (S. 7–31). Es folgt eine genaue historische Einordnung (S. 32–122), in der Ferro dann auch einen informativen Abriss durch die Geschichte des Ortes Grimersum (S. 63), über die dortige Beningaburg (S. 64–73) und auch über die dort wohnende adelige Familie Beninga (S. 75–79) bietet. Als Ergänzung hat der Herausgeber dann auch noch ein Nachlassverzeichnis derer von Beninga aus dem Bestand des Niedersächsischen Landesarchivs – Abteilung Aurich ediert, das die einzelnen Zimmer, Kammern und Kellerräume der Burg beschreibt und auch eine Inventarliste der Küchenräume enthält. Im vierten Hauptteil folgen die eigentliche Edition und die Annotierung der Rezepte.

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