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Ein Architektenleben zwischen Landschaftspolder und Hamburg.

Gerhard de Boer (19272005) und seine Zeichnungen vom Steinhaus Bunderhee

Ein Beitrag von Dr. Heiko Suhr

Im Sommer 2026 hat die Landschaftsbibliothek eine kleine Sammlung des Architekten Gerhard de Boer übernommen. Ihr Kernstück ist eine baugeschichtliche Untersuchung des Steinhauses Bunderhee, die de Boer 1956 als Student anfertigte und zu der auch neun großformatige Bauaufnahmen des Gebäudes gehören.1 Mit dem Erhalt dieser Objekte ergaben sich jedoch sogleich weiterführende Fragen, einmal nach dem Urheber und dessen Werdegang, aber auch in welchem Kontext die Studie und die Zeichnungen entstanden waren.

Abb. 1: Gerhard de Boer als Architekt in Hamburg (1976) (Privatarchiv Theda de Boer)

Gerhard de Boer hat sein Berufsleben als angestellter Architekt bei der Neuen Heimat in Hamburg verbracht, also bei einem Unternehmen, das für den Wohnungsbau der Bundesrepublik in großem Maßstab steht und weniger für den einzelnen architektonischen Entwurf. Tagebücher oder Briefwechsel sind aus seinem Leben nicht überliefert. Dennoch lässt sich seine Biografie anhand von zwei eigenhändigen Lebensläufen rekonstruieren, die im Besitz der Familie geblieben sind: ein knapper von 1950, mit dem der junge Mann seine Zulassung zum Architekturstudium erbat, und ein ausführlicher, Anfang 1948 zur Reifeprüfung niedergeschrieben.2 Darin erzählt der Zwanzigjährige in einer überraschend dichten, fast literarischen Sprache von seiner Kindheit auf einem abgelegenen Hof, vom Internatsleben in Ihrhove, vom Zweiten Weltkrieg und von dem früh gefassten Wunsch, Architekt zu werden. Erst sie machen die Untersuchung zu Bunderhee und die Zeichnungen als Teil einer Biografie lesbar.

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  1. Vgl. zur Übernahme des Nachlasses durch die Landschaftsbibliothek auch die Presseberichterstattung: Zeichnungen vom Steinhaus aufgetaucht, in: Ostfriesen-Zeitung, 30.07.2026 bzw. die Pressemitteilung der Ostfriesischen Landschaft https://www.ostfriesischelandschaft.de/wp-content/uploads/dateiarchiv/4275/PM%20%C3%9Cbergabe%20Steinhaus-Zeichnungen.pdf [27.08.2026]. []
  2. Vgl. zur Biografie von Gerhard de Boer vor allem Privatarchiv Theda de Boer, eigenhändige Lebensläufe von Gerhard de Boer vom 20.08.1950 und undatiert [Anfang 1948]. Ich danke Theda de Boer für die Überlassung der wichtigen Dokumente und zahlreiche Auskünfte. []

“Ordnung ist die Seele der Arbeit”

Preußische Verwaltungspraxis, ostfriesische Eigenheiten und wirtschaftliche Modernisierung in den Auricher Tagebuchaufzeichnungen Ludwig von Vincke (1803–1804)

Zur Erinnerung an Dr. phil. Johann Enno Eimers (1936–2026)

Ein Beitrag von Dr. Heiko Suhr

Im Oktober 1803 trat Ludwig Freiherr von Vincke sein Amt als Kammerpräsident der Kriegs- und Domänenkammer Aurich an.1 Er tat dies ohne Begeisterung. In einem Brief an eine Bekannte hatte er den Posten zuvor als „halben Invalidenposten“ bezeichnet: Die Kammer habe „fast gar nichts zu tun“, die Kontribution – die direkte Grundsteuer des platten Landes –werde von den Ständen verwaltet und damit seien „der Kammer überall die Hände gebunden“.2 Das war die Außenperspektive eines 29-jährigen westfälischen Landrats auf eine preußische Randprovinz, die er noch nicht kannte. Knapp ein Jahr später, im November 1804 von Aurich nach Münster abberufen, empfand er dieselbe Versetzung als einen schweren Schlag und ließ mit einer Mitteilung an die Auricher Presse keinen Zweifel daran, was ihm das Jahr in Ostfriesland bedeutet hatte. Spätestens 1809, aus Potsdam zurückblickend, brachte er es auf den Punkt: „Ich war ein Jahr und von meinem bisherigen Leben das schönste in Ostfriesland.“

Abb. 1: Hermann Angermayer, posthumes Bildnis des Oberpräsidenten Ludwig von Vincke, Öl auf Leinwand (nach 1904) (LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster, Inv. Nr. 894 LM)

Diese Wandlung – von widerwilliger Anreise zu tief empfundener Bindung – ist kein biografisches Klischee, sondern verweist auf ein Erfahrungsformat, das Wolfgang Henninger als kennzeichnend für den Auricher Verwaltungsbeamten beschrieben hat: das Diktum „Sie kommen mit Tränen, und sie gehen mit Tränen“ treffe, so Henninger, einen „wahrlich nicht seltenen Typus“ des nach Aurich versetzten preußischen Beamten. Was den Beamten veränderte, war die Provinz selbst, also ihre institutionellen Eigenheiten, ihre physische Gestalt, ihre lokalen Netzwerke, ihre von der preußischen Norm abweichenden Verwaltungsaufgaben.

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  1. Eine Druckfassung dieses Beitrags wird voraussichtlich im Herbst 2026 in den Preußischen Mitteilungen erscheinen, die der Leeraner Dr. Enno Eimers von 2008 bis zu seinem Tod 2026 redigiert hat. Da diese Zeitschrift allerdings nur den Mitgliedern zugänglich ist, erfolgt an dieser Stelle die Erstveröffentlichung []
  2. Zitiert nach Heinrich Kochendörffer, Vincke, Bd. 1, Soest 1932, S. 135. []

Zwischen Hausgeburt und Kreissaal – Die ostfriesische Hebamme Hilka Haßler verh. de Vires (1922-1974)

Ein Beitrag von Dr. Heiko Suhr

Abb. 1: Kinderstation in der Wolfenbütteler Frauenklinik und Entbindungsanstalt (um 1945) (Landschaftsbibliothek, Ms 461: Nachlass Hilka de Vries)

Der 2025 von der Landschaftsbibliothek Aurich übernommene Nachlass der Hebamme Hilka Haßler verh. de Vries (1922–1974) ermöglicht erstmals einen umfassenderen und quellennahen Einblick in das Berufsleben einer ostfriesischen Landhebamme im 20. Jahrhundert. Kernstück des Nachlasses sind sieben Dienst- oder Hebammentagebücher der Jahre 1948 bis 1966. Hinzu kommen Ausbildungs- und Zulassungspapiere seit 1936, Korrespondenz mit Behörden und mit ausgewanderten Verwandten in South Dakota sowie mehrere Fotografien und Postkarten aus ihrer gesamten beruflichen Laufbahn.1

Die Geschichte der Hebammen erfuhr im Zuge der Frauen- und Geschlechtergeschichte seit den 1980er Jahren verstärkte wissenschaftliche Aufmerksamkeit. Für den norddeutschen Raum liegen jedoch nur wenige biografische Studien vor. Christine Loytveds Dissertation untersuchte die Lübecker Hebammen zwischen 1730 und 1850 und analysierte dabei die Professionalisierung unter ärztlicher Aufsicht.2 Malte de Vries widmete sich jüngst den Hebammen im Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel zwischen Reformation und Aufklärung bzw. in den Herzogtümern Bremen und Verden während des 18. Jahrhunderts.3 Eva Labouvie hat in ihren kulturhistorischen Arbeiten den „Erlebnisraum Geburt“ vom 16. bis 19. Jahrhundert ausgeleuchtet und dabei die Verlagerung der Geburt aus dem häuslichen Umfeld in eine ärztlich geführte Klinik sowie die dabei entstandenen Widerstände auf dem Land herausgearbeitet.4 Sie betont zu Recht, auf dem Dorf sei die Tätigkeit der Hebamme lange Zeit als christliche Nachbarschaftshilfe angesehen worden und hätte damit nur den Charakter eines gering entlohnten Ehrenamtes. Kirsten Tiedemann legte mit ihrer Untersuchung zur Reichsfachschaft Deutscher Hebammen die erste systematische Forschung zur Verbandsgeschichte vor, die auch Fragen weiblicher Handlungsräume im Nationalsozialismus berührt.5

Für Ostfriesland fehlt eine systematische Aufarbeitung des Hebammenwesens weitgehend; erste Impulse gaben regionalhistorische Projekte, in denen u. a. die Biografie der Hebamme Martje Janssen aus Loga vorgestellt wurde, die im 19. Jahrhundert im ländlichen Raum praktizierte.6 Ergänzend hat der 2024 dem Niedersächsischen Landesarchiv Aurich übereignete Nachlass der aus Pewsum stammenden Frauenärztin Dr. Hermine Heusler-Edenhuizen (1872–1955) neue Forschungsperspektiven eröffnet.7 Vor diesem Hintergrund soll die vorliegende Biografie einer ostfriesischen Hebamme einen Beitrag zur bislang unterrepräsentierten ländlichen Geburtshilfe in der Region leisten.

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  1. Vgl. https://opac.lbs-emden.gbv.de/DB=1.1/XMLPRS=N/PPN?PPN=1971839221 [16.07.2026]. []
  2. Christine Loytved, Hebammen und ihre Lehrer. Wendepunkte in Ausbildung und Amt Lübecker Hebammen (1730–1850), Osnabrück 2002. []
  3. Malte de Vries, Hebammen im Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel zwischen Reformation und Aufklärung. Ein Überblick, in: Braunschweigisches Jahrbuch für Landesgeschichte 104, 2023, S. 59–88; ders., Hebammenausbildung in den Herzogtümern Bremen und Verden während des 18. Jahrhunderts, in: Stader Jahrbuch 114, 2024, S. 141–177. []
  4. Eva Labouvie, Andere Umstände. Eine Kulturgeschichte der Geburt, Köln/Weimar/Wien 1998. []
  5. Kirsten Tiedemann, Hebammen im Dritten Reich. Über die Standesorganisation für Hebammen und ihre Berufspolitik, Frankfurt am Main 2013. []
  6. Christine Hühns / Gabriele Ketels, Die Hebamme Martje Janssen, in: Stadt Leer (Hrsg.), FrauenLeben in Leer. Ausgewählte Frauenbiografien vom 16. bis ins 20. Jahrhundert, Leer 2022, S. 44–53; vgl. dazu https://ostfrhist.hypotheses.org/1797 [02.02.2026]; vgl. zu Martje Janssen auch Jann de Buhr, Martje Janssen, als Hebamme fast sieben Jahrzehnte tätig, in: Unser Ostfriesland 2012, Nr. 12. []
  7. NLA AU, Rep. 220/30; vgl. zum Nachlass, der im Auricher Landesarchiv verwahrt wird, vor allem https://ostfrhist.hypotheses.org/6198 [02.02.2025]. []

Zwischen Kochtopf und Archiv

Am 21. April 2026 trafen sich Historiker:innen, Archäolog:innen und Sprachwissenschaftler:innen aus Ost- West-, und Nordfriesland zu einem interdisziplinären Workshop im Steinhaus Bunderhee

Ein Beitrag von Dr. Heiko Suhr

Wer im breiten Publikum nach der Küche der Frieslande fragt, erhält in der Regel nur wenige, immer wiederkehrende Antworten: das ostfriesische Teezeremoniell, vielleicht Grünkohl und Pinkel, Mehlpüüt oder Krintstuut. In Reiseportalen, Lifestyle-Magazinen und sozialen Medien werden solche Schlagworte ebenso publikumswirksam wie unhinterfragt als Inbegriff einer „typisch friesischen“ Esskultur präsentiert – meist ohne die historischen Wurzeln, die soziale Differenzierung der Tafel oder den Austausch zwischen Ost-, West- und Nordfriesland in den Blick zu nehmen. Tatsächlich ist die kulinarische Geschichte der Frieslande wissenschaftlich bislang nur in Ansätzen erschlossen, bietet aber gleichwohl faszinierende Einblicke in Esskultur, Trinkgewohnheiten, Gastlichkeit und regionale Identität.

Abb. 1: Drohnenaufnahme des Steinhauses in Bunderhee (2024) (Foto: Ostfriesische Landschaft)

Um diese Forschungslücke aus interdisziplinärer Perspektive zu adressieren, trafen sich am 21. April 2026 – auf Einladung der Ostfriesischen Landschaft, der Auricher Abteilung des Niedersächsischen Landesarchivs, des Nordfriisk Instituut (Bredstedt) und der Fryske Akademy (Leeuwarden) – Expertinnen und Experten zu einem Workshop im Steinhaus Bunderhee, um sich mit der Kulinarik in den Frieslanden zwischen Kochtopf und Archiv zu befassen.

Das Projekt „Steinhausgespräch: Friesische Kulinarik“ wurde durch das Interreg-Programm Deutschland-Nederland sowie seine Programmpartner ermöglicht und von der Europäischen Union kofinanziert. Die Tagung fand im Rahmen des niederländisch-deutschen Historikernetzwerks der Ems Dollart Region (EDR) statt.

Den Auftakt bildete ein Beitrag von Redmer Alma (Stichting Twickel, Delden/Provinz Overijssel) über die adlige Küche in den friesischen Landen des 16. und 17. Jahrhunderts. Alma näherte sich dem weiten Feld exemplarisch anhand zweier Angehöriger des Ommelander Adels an: Johan van Ewsum (um 1508–1570) und Occa Johanna Ripperda (1619–1669). Die Auswahl, so betonte er, sei weniger durch die herausragende Bedeutung der beiden Personen bestimmt als durch die Quellenlage, die für diesen Zeitraum ausgesprochen dürftig ausfällt und deshalb jeden dichter überlieferten Fall besonders kostbar macht.

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Viel mehr als “Soete pasteikens”

Das handschriftliche Kochbuch der Dichterin Clara Feyoena van Raesfelt (1729-1807) liegt nun ediert vor

Ein Beitrag von Dr. Heiko Suhr

Abb. 1: Cover von Clara Feyoenas “Kookboek”

Erst im April dieses Jahres führte ein nord-, ost- und westfriesisches Expertentreffen im Steinhaus in Bunderhee vor Augen, dass die kulinarische Geschichte der Frieslande wissenschaftlich bislang nur in Ansätzen erschlossen ist und dass gerade handschriftliche Kochbücher zu den ergiebigsten Quellen gehören, um Esskultur, Trinkgewohnheiten, Gastlichkeit und regionale Identität greifbar zu machen.1 Wo die Quellen zu gehobenen Tafeln zu sprechen beginnen, erweisen sie sich regelmäßig als Resonanzraum eines weitgespannten Waren- und Wissenstransfers, in dem Rezepte, koloniale Gewürze und höfische Tischsitten zusammenfließen. Vor diesem Hintergrund verdient eine niederländische Neuerscheinung Aufmerksamkeit, die auch für die Frieslande von Belang ist: Das „Kookboek van Clara Feyoena“.

Bei der Quelle handelt es sich um ein handgeschriebenes, in Leder gebundenes Rezeptbuch aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, zur Sammlung des Drents Museum gehört und im Drents Archief wiederentdeckt wurde. Die „Stichting Historische Projecten Hardenberg“ ließ es Seite für Seite digitalisieren, transkribierte die 324 Rezepte und übertrug sie zugleich ins moderne Niederländisch. Clara Feyoena hat das Buch dabei nicht eigenhändig geschrieben. Es stammt aber aus ihrem Besitz und wurde ihr wohl zu ihrer Volljährigkeit geschenkt.

Hinter dem Büchlein steht eine bemerkenswerte Frau. Clara Feyoena van Sytzama wurde 1729 in Leeuwarden geboren und entstammte dem friesischen Adel. 1750 heiratete sie Isaac Reinder van Raesfelt, Herr zu Heemse, und führte ab 1753 als „Vrouwe van Heemse“ das Gut in der Provinz Overijssel. Bekannt wurde sie vor allem als Dichterin und als Autorin von Kirchenliedern, die bis heute im niederländischen Gesangbuch stehen. Sie starb 1807 in Heemse. Da das Buch aus ihrem vorehelichen Besitz stammt, spiegelt es das kulinarische Milieu ihrer Herkunft – des westfriesischen Landadels – und rückt die Sammlung damit auch in den Horizont einer Esskulturgeschichte der gesamten Frieslande.2

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  1. Vgl. https://www.kultino.de/magazin/kulinarik-den-frieslanden [25.06.2026]. Ein ausführlicher Tagungsbericht erscheint zeitnah hier im Blog. []
  2. Vgl. zu ihrer Biografie http://www.biografischportaal.nl/persoon/96168353 [25.06.2026]. []

“Durch Lesen und Sprechen (…) nützlich und angenehm”

Die Auricher Literarische Ressource zwischen Aufklärung und preußischerAnnexion (1802-1866)

Ein Beitrag von Dr. Heiko Suhr

Abb. 1: Eine niederländische Lesegesellschaft (um 1850) (Rijksmuseum Amsterdam, RP-P-2015-26-798, online: https://id.rijksmuseum.nl/200634254 [19.05.2026])

Am 2. Mai 1802, in den letzten Jahren der ersten preußischen Periode und auf der Höhe des spätaufklärerischen Sozietätswesens, gründete sich in Aurich die „Literarische Ressource“. Das gedruckte Statut, ein schmales Heft ohne Verfasser- und ohne Jahresangabe, ist in der Landschaftsbibliothek Aurich überliefert; es gliedert sich in vier Abschnitte und regelt Zweck, Verfassung, Beiträge sowie Ämterstruktur der neuen Vereinigung. Damit liegt ein frühes gedrucktes Zeugnis einer Gesellschaft vor, die das gesellige und kulturelle Leben der ostfriesischen Verwaltungshauptstadt für ein knappes Jahrhundert mitbestimmen sollte. Zusammen mit dem Tagebuch des preußischen Kammerpräsidenten Ludwig von Vincke aus den Jahren 1803/04 erlaubt das Statut einen ungewöhnlich dichten Blick auf den frühen Betrieb der „Ressource“ und damit auf gesellschaftliche Zusammenkünfte, die sich in das norddeutsche Muster aufklärerischer Geselligkeit einfügen und zugleich ostfriesische Besonderheiten erkennen lassen.

Der Schwarze Bär und sein Gastwirt Conrad Bernhard Meyer

Ihre Zusammenkünfte hielt die „Ressource“ in Conrad Bernhard Meyers Gasthof „Zum Schwarzen Bären“ am Auricher Marktplatz – heute: Marktplatz 28 – ab. Das Haus war zu diesem Zeitpunkt bereits eines der angesehensten der Stadt. Es ist seit dem späten 17. Jahrhundert als Gasthof nachweisbar – Fürst Christian Eberhard ließ dort 1691 beim Wirt Dirk Focken Pferde einstellen.1 Das ältere Auricher Hypothekenbuch belegt, dass Johannes Meyer das Haus am 2. März 1773 erwarb.2 Sein Sohn Conrad Bernhard Meyer3 übernahm das Geschäft formell am 4. Mai 1790, obwohl er es schon kurz nach dem Erwerb durch seinen Vater geführt haben dürfte.2 Der grundlegende Umbau, den der jüngere Meyer im Frühjahr 1775 in den „Wöchentlichen Ostfriesischen Anzeigen und Nachrichten“ vom 11. Mai öffentlich bekanntmachte – der „verwichenen Sommer gänzlich von neuen erbauet[e]“ Gasthof biete „verschiedene schöne Zimmer“ sowie „gute Stallung und Weide für Pferde“ und empfehle sich „allen honetten Passagiers“ zum „civilesten Preis“ –, fiel mithin noch in die Zeit der Eigentümerschaft des Vaters.

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  1. Friedrich Ritter, Alte Gasthöfe in Ostfriesland, in: Upstalsboom-Blätter für ostfriesische Geschichte und Heimatkunde 8, 1918/1919, S. 18–25, hier S. 18. []
  2. Auskunft [Mail], Wiard Hinrichs, 21.05.2026; vgl. auch NLA AU, Rep. 237, Nr. 1: Hypothekenbücher Aurich Stadt. [] []
  3. Gert Schlechtriem, Conrad Bernhard Meyer. Ein Baumeister des Klassizismus in Ostfriesland, in: Ostfriesland. Zeitschrift für Kultur, Wirtschaft und Verkehr 1957, Nr. 1, S. 13–21, hier 13. []

NS-Belastung und Erinnerungspolitik in einer ostfriesischen Dorfgemeinschaft

Der Volksschullehrer Gerhardus Jungmann (1892–1970) in Visquard

Ein Beitrag von Dr. Heiko Suhr

Seit den 1980er Jahren besteht in Visquard der Gerhardus-Jungmann-Platz mit einer Erinnerungstafel an den ehemaligen Lehrer. Bei ihrer Aufstellung und Einweihung durchaus nicht unumstritten, ist die Tafel mittlerweile längst Teil des gewohnten Dorfbildes. Auffällig ist allerdings, dass das zugehörige Hinweisschild Jungmann als Lehrer in Visquard von 1927 bis 1959 würdigt und damit seine Entlassung aus dem Schuldienst infolge der Entnazifizierung nach dem Zweiten Weltkrieg bewusst ausspart. Schon dieser Befund wirft Fragen nach den Formen und Funktionen lokaler Erinnerungskultur auf. Im November 2023 erhielt das Thema dann größere öffentliche Aufmerksamkeit: Im Rahmen der Gründungsversammlung des „Bündnis für mehr Demokratie und Weltoffenheit“, einer zivilgesellschaftlichen Initiative gegen Rechtsextremismus, brachte Hans Schulz, ein ehemaliger Visquarder, die Frage nach dem zukünftigen Umgang mit der Jungmann-Tafel in einer Diskussion über rechte Strukturen zur Sprache und bat um Unterstützung bei der Aufarbeitung – konkret um rasche Umbenennung des Platzes und Abbau der Erinnerungstafel. Sein Vorstoß fand zunächst wenig Resonanz; lediglich die Ostfriesen-Zeitung griff das Thema auf.1 Dieser Artikel löste im Dorf erhebliche Unruhe aus, wobei die Reaktionen sich weniger gegen die Erinnerungstafel als vielmehr gegen Schulz selbst richteten, der für seinen Vorstoß deutliche Kritik erfuhr. Die Gemeinde Krummhörn, zu der Visquard heute gehört, entschied sich daraufhin, den Konflikt nicht weiter schwelen zu lassen, sondern eine fundierte historische Grundlage für die weitere Diskussion zu schaffen: Mit Beschluss des Verwaltungsausschusses wurde der Verfasser dieses Beitrages mit der Erstellung einer biografischen Studie zu Jungmann beauftragt, aus der ein Vorschlag für den Gemeinderat zum künftigen Umgang mit der Erinnerungstafel und dem Jungmann-Platz abgeleitet werden soll.

Abb. 1: Das Hinweisschild auf dem Gerhardus-Jungmann-Platz in Visquard (um 2000) (Privatarchiv, Nachlass Gerhardus Jungmann)

Der Hintergrund dieser von Hans Schulz ausgelösten bzw. wiederbelebten lokalen Auseinandersetzung war ein direkt nach dem Kriegsende schwelender Konflikt zwischen Gerhardus Jungmann und dem Landarbeiter Marten Wagenaar, der sich zu einer bisher übersehenen lokalpolitischen Auseinandersetzung entwickelte. Wagenaar, ein überzeugter Sozialdemokrat und nach eigenem Bekunden Antifaschist, hatte Jungmann 1946 bei der britischen Militärregierung angezeigt und damit dessen vorübergehende Entlassung aus dem Schuldienst bewirkt. Die Reaktion der Dorfgemeinschaft darauf offenbart jedoch, dass die moralischen Koordinaten der unmittelbaren Nachkriegszeit keineswegs so eindeutig waren, wie es die kategorische Unterscheidung zwischen Täter und Opfer, zwischen Nazis und Antifaschisten suggeriert. Die Mehrheit der Visquarder Bevölkerung stellte sich hinter ihren Volksschullehrer und wandte sich gegen den vermeintlichen „Denunzianten“, dessen Ambitionen auf das Bürgermeisteramt in der Folge scheiterten.

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  1. Claus Hock, Ist dieser Platz nach einem Nazi benannt?, in: Ostfriesen-Zeitung, 18.11.2023. []

“Dein Freund und Henker” – Ergebnisse eines Workshops zur Geschichte der Polizei im Nationalsozialismus in Ostfriesland

Ein Beitrag von Dr. Heiko Suhr

Abb. 1: Anti-Jüdische Aktion der Nationalsozialisten in Norden am 22. Juli 1935: Öffentliche Anprangerung von „Rasseschändern“: C. Neemann und J. Wolff flankiert von 2 Polizisten (NLA AU, Rep. 243, A 898/1)

Am 12. März 2026 fand im Landschaftsforum der Ostfriesischen Landschaft in Aurich der ganztägige Workshop „Polizei im Nationalsozialismus in Ostfriesland“ statt. Veranstaltet wurde er gemeinsam von der Ostfriesischen Landschaft, der Gedenkstätte Engerhafe und dem Niedersächsischen Landesarchiv – Abteilung Aurich. Gefördert wurde die Tagung durch die Hans-Heyo Prahm Stiftung, Leer.

Zur Geschichte der Polizei im Nationalsozialismus in Ostfriesland liegen bislang kaum wissenschaftliche Forschungen vor. Der Workshop verfolgte daher das Ziel, den aktuellen Kenntnisstand zu bündeln und zugleich Perspektiven für die weitere Forschungsarbeit und die Nutzung der sich daraus ergebenden Erkenntnisse in der historisch-politischen Bildungsarbeit aufzuzeigen. Entsprechend gliederte sich das Programm in zwei thematische Panels: Das erste Panel befasste sich mit der historisch-wissenschaftlichen Perspektive und beleuchtete sowohl übergreifende Forschungsstände zur Polizei im Nationalsozialismus als auch regionale Quellenbestände und biografische Fallstudien aus Ostfriesland. Das zweite Panel richtete den Blick auf die historisch-politische Bildungsarbeit und fragte nach den Möglichkeiten und Herausforderungen einer berufsspezifischen Vermittlung an Gedenkstätten, nach dem Einbezug von Betroffenenperspektiven sowie nach historischen Kontinuitäten im Verhältnis von Polizei und Demokratie.

Das erste Panel eröffnete Andreas Mix, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Topographie des Terrors in Berlin, mit einem Überblicksvortrag zur Geschichte der Polizei im Nationalsozialismus. Er gliederte seinen Beitrag chronologisch in drei Phasen: den Übergang von der Republik zum „Führerstaat“ (1930–1934), die Phase der „Verreichlichung“, Entstaatlichung und Militarisierung (1934–1939) sowie die Zeit der entgrenzten Gewalt im Kriegseinsatz (1939–1945).

Mix legte dar, wie die Polizei bereits in den letzten Jahren der Weimarer Republik unter Druck geriet und nach 1933 schrittweise zur Stütze der nationalsozialistischen Diktatur wurde. Der Schusswaffenerlass Hermann Görings vom Februar 1933 markierte dabei einen frühen Wendepunkt, mit dem die Polizei zur rücksichtslosen Gewaltanwendung gegen politische Gegner ermächtigt wurde. Die Errichtung der Geheimen Staatspolizei und die Zusammenführung der politischen Polizeien der Länder unter Heinrich Himmler trieben die Zentralisierung voran. Himmler verfolgte programmatisch das Ziel, Polizei und SS zu einer Einheit zu verschmelzen. Parallel dazu wurde die Kriminalpolizei ideologisch aufgeladen und in den Dienst einer rassistisch begründeten „Verbrechensbekämpfung“ gestellt. Mix verdeutlichte die Verfolgungspraxis auch anhand eines regionalen Beispiels: der öffentlichen Demütigung von Christine Neemann und Julius Wolff wegen sogenannter „Rassenschande“ in Norden im Juli 1935. Im Krieg schließlich weitete sich das Einsatzspektrum der Polizei dramatisch aus – von der Sicherung der Besatzungsherrschaft über Deportationen bis hin zur unmittelbaren Beteiligung an den Völkermorden an den europäischen Juden sowie den Sinti und Roma. Dass der in der Weimarer Republik geprägte Slogan „Die Polizei – Dein Freund und Helfer“ im „Dritten Reich“ zu einem „Dein Freund und Henker“ pervertierte, machte Mix abschließend noch mal deutlich.

Mix verwies in der Diskussion auf mögliche Ansatzpunkte für die regionale Erforschung der Polizeigeschichte. Als wichtige Quellengattungen nannte er historische Tageszeitungen, Fotoalben aus Privatbesitz sowie die Personalakten der SS (sog. SSO-Akten) im Bundesarchiv Berlin-Lichterfelde. Zudem sei zu klären, welche Polizeibataillone in der Region aufgestellt wurden. Aus dem Publikum kam der Hinweis, auch die Perspektive der Opfer stärker einzubeziehen, etwa über die Akten der Gypsy Lore Society sowie über Zeitzeugeninterviews.

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Strandräuber auf Borkum: Gregor Ulsamers Dokumentation eines vergessenen Kriminalfalls

Ein Beitrag von Dr. Heiko Suhr

Abb. 1: Titelblatt der Publikation

Was das kollektive Gedächtnis der Insel Borkum über fast zwei Jahrhunderte vollständig vergessen hatte, hat Gregor Ulsamer nun in einer sorgfältig recherchierten Dokumentation aufgearbeitet: die Geschichte der Strandung des Kuffschiffs „Constantino“ im November 1831 und ihrer erstaunlichen juristischen Nachspiele. Sein Band „Strandräuber. Achtzehn Borkumer zu 187 Tagen Gefängnis verurteilt“ ist 2025 erschienen und schließt dabei gleich zwei Lücken der ostfriesischen Küsten- und Sozialgeschichte: zum einen die Entwicklung des Strandrechts in den vergangenen Jahrhunderten, mit seinen Wurzeln in Seerecht, Piraterie und dem althergebrachten Strandraub; zum anderen die extrem schwierigen sozialen Verhältnisse der Küstenbewohner in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, hier exemplarisch dargestellt an den Einwohnerinnen und Einwohnern Borkums. Der Kampf zwischen der Obrigkeit – repräsentiert durch die Amtsvögte und das königlich hannoversche Gericht in Emden – und den Insulanern um das Strandgut liefert den Rahmen für die Geschichte der Ladung der „Constantino“.

Am 13. November 1831 schlug ein Nordweststurm den Zweimastsegler „Constantino“ auf den Borkumer Strand. Das Schiff war nur wenige Monate alt, gehörte zu einem Viertel dem erfahrenen Kapitän Lühr Hinderks Müggenborg, und transportierte 34 Tonnen ungemahlener Eichenrinde von Bremen nach Yarmouth, wo sie als Rohstoff für die dortigen Ledergerber dienen sollte. Schiff und Ladung waren wie üblich versichert: die Ladung bei Lloyds in London, das Schiff in Papenburg. Was folgte, war ein Ereignis, das die Justiz des Königreichs Hannover über Monate beschäftigen sollte: Nach der Strandung kamen Insulaner mit Beilen an Bord, um Ladung und Tauwerk an sich zu nehmen. Der zuständige Strandvogt Tönjes Bley sah sich zwischen die Fronten gestellt. Das Kriminalamt Emden ermittelte, verhörte die dreiköpfige Besatzung sowie alle Insulaner und sogar deren Kinder. Das Gericht ordnete Hausdurchsuchungen auf der Insel an und fand am Ende gerade einmal etwas mehr als vier Prozent der Ladung in den Gärten der Borkumer verteilt.

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Von Gauß gelernt, für die Praxis gerechnet

Die geodätischen Tafeln des ostfriesischen Wasserbauinspektors Dr. Arend Emanuel Taaks (18191892)

Ein Beitrag von Dr. Heiko Suhr

Unter den Wasserbauingenieuren, die im 19. Jahrhundert an der ostfriesischen Küste wirkten, nimmt Arend Emanuel Taaks eine Sonderstellung ein. Der gebürtige Ostfriese hatte bei Carl Friedrich Gauß in Göttingen promoviert und schließlich als Leiter der Königlich Hannoverschen Küstenvermessung das mathematische Erbe seines Lehrers mit der praktischen Arbeit an der Nordsee verbunden. Als er 1865 seine „Geodätischen Tafeln für die Nord- und Ostseeküste“ veröffentlichte, schuf er ein Werkzeug, das die elegante, aber abstrakte Koordinatentheorie von Gauß erstmals für Nautiker, Techniker und Geometer handhabbar machte. Er verband damit wissenschaftliche Präzision mit praktischem Nutzen.

Abb. 1: Die ostfriesische Nordseeküste mit den Inseln Borkum, Norderney und Juist (vor 1864) (NLA AU, Rep. 244, C Nr. 462)

Beim Verfasser dieser Abhandlung handelt es sich um Arend Emanuel Taaks, der am 14. Juni 1819 in Resterhafe zur Welt kam.1 Sein Vater Anton Ernst Taaks wirkte als Rektor in Norden, seine Mutter Catharina Sophia, geb. Hoppe stammte aus Victorbur. Die Familie lässt sich bis zu Taake Claassen zurückverfolgen, der um 1600 in Stedesdorf lebte.2

Nach dem Besuch der Lateinschule in Norden – an der sein Vater lehrte – wechselte Taaks 1837 ans Gymnasium Aurich. Sein Abiturzeugnis von 1838 bescheinigt ihm besonders in Mathematik und Physik hervorragende Leistungen. Anschließend studierte er in Berlin, Bonn und Göttingen und erwarb bei Carl Friedrich Gauß den Doktorgrad der Philosophie.3

Zunächst arbeitete Taaks als Mathematiklehrer in Ilfeld im Südharz. Da keine Festanstellung in Aussicht stand, orientierte sich Taaks 1844 beruflich neu, zog nach Hannover um und eignete sich autodidaktisch Kenntnisse in Geometrie, Architektur und technischem Zeichnen an. 1845 bat er bei der Hannoverschen General-Direction des Wasserbaues um Zulassung zur Prüfung als Wasserbauingenieur. Die Behörde äußerte Bedenken angesichts seines Alters von bereits 27 Jahren und der langen Ausbildungszeit mit geringem Sold. Taaks beharrte jedoch auf seinem Entschluss und bestand 1846 beide Prüfungen mit gutem Erfolg. Als Wasserbau-Eleve sammelte er in Stade, Bleckede und Harburg praktische Erfahrungen bei Deichbau- und Vermessungsarbeiten an Elbe und Oste.

Nach vier Jahren praktischer Bewährung legte Taaks 1852 die zweite Prüfung ab und wurde zum Wasserbau-Conducteur ernannt. Ende 1853 erfolgte seine Versetzung nach Esens, wo die Stelle des Wasserbau-Inspectors seit dem Tod von Siegfried Anton Börner vakant war. Im Februar 1854 traf Taaks mit seiner Frau in Ostfriesland ein.

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  1. Vgl. zur Biografie Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz (GStA), I. HA, Rep. 93 B, Nr. 964: Dr. phil. Arend Emanuel Taaks; NLA AU, Rep. 145, Nr. 66: Personalakte Taaks und Ude Hangen, Fleißig und vorbildhaft. Wasserbauinspektor Dr. phil. Arend Emanuel Taaks, in: Harlinger Heimatkalender 59, 2008, S. 78–85. []
  2. Der bekannte Bauingenieur und Architekt Otto Christian Cadovius Taaks (1849–1924) und Arend Emanuel Taaks entstammten derselben ostfriesischen Familie. Ihr gemeinsamer Vorfahre war Johann Hillern Taaks (1751–1843), ein Norder Bürger, der 1784 in Dornum Dorothea Catharina Tellting (1762–1816) geheiratet hatte. Für Arend Emanuel war Johann Hillern der Großvater, für Otto Christian der Urgroßvater – entsprechend war Arend Emanuel ein Großonkel zweiten Grades von Otto Christian. Der Stammvater Johann Wessels Hillerns Taaks (ca. 1660–1730) stammte aus Altfunnixsiel und heiratete 1684 in Norden Swantje Gerdes. Der Familienname „Taaks“ selbst geht wohl auf eine Frau zurück – Marye Taaks, die 1644 in Funnix Hillern Wessels (ca. 1610–1683) geheiratet hatte. Ich danke Bastian Wilmsen, Wesel, für seine umfangreichen genealogischen Recherchen im Umfeld der Familie Taaks. Seine Quellen waren die online verfügbaren Kirchenbücher und die ostfriesischen Ortssippenbücher. []
  3. Das Studium in Göttingen für 1842 ist nachgewiesen in Wilhelm Ebel (Hrsg.), Die Matrikel der Georg-August-Universität zu Göttingen, Bd. 2, Göttingen 1974, S. 63. []